Webdesign Freelancer

Webdesign

Wer sich für Webdesign interessiert und den aktuellen Trends folgt, sollte sich auch etwas mit der Geschichte und der daraus resultierenden Entwicklungen beschäftigen.

Die Anfangsjahre des Internets waren aus heutiger Sicht eher primitiv aber es herrschte eine Goldgräberstimmung. Ein Medium mit dem es theoretisch möglich ist weltweit Menschen zu erreichen. Man mag es kaum glauben aber in dieser Zeit wurde Werbung mit Hilfe von Mails als ein probates Mittel angesehen und in den neunzigern sind wirklich einige Steinreich damit geworden. Heute nervt dieser Spam einfach nur noch.

Die Grundlage einer jeden Seite im Internet bildet SGML, dessen kleiner Ableger HTML durch das W3C einen grundlegenden Standard erfuhr. Die Neunziger Jahren waren vom Browser - Krieg dominiert und der Frage ob es Microsoft gelingt dem Netz seine Note aufzudrücken. Heute wissen wir das es Netscape nicht mehr gibt und der Explorer darf kein fester Teil von Windows mehr sein. Die Entwicklung ging an beiden vorbei. Google hat gezeigt das ein wesentlicher Informationsvorsprung durch Aufbereitung der Inhalte besteht.

Dieser Browser Krieg führte zu unterschiedlichen Möglichkeiten wie eine Webseite „programmiert“ und angezeigt werden kann. Die Empfehlungen des W3C wurden nur rudimentär umgesetzt, so das es dem Ersteller schwer fiel einen Code zu schreiben welcher auf möglichst vielen Browser funktionieren und auch einheitlich aussehen sollte. Ich kann mich noch gut daran erinnern als die s.g. Browser - Hacks die Runde machten und jeder gute „Web Designer“, der etwas auf sich hielt, musste diese auch verwenden.

Somit war die einzigst verlässliche Möglichkeit eine Seite einheitlich darzustellen die Tabelle. Diese Art der Darstellung von Inhalten hat sich so fest gesetzt das es heute sehr oft verwendet wird und viele den „Weg des geringsten Widerstandes“ gehen.

Durch den massiven Ausbau des Internets, stieg auch der Anspruch der Nutzer, Inhalt sollten Multimedial sein. Somit spielte die Frage, wie kann ich Inhalt und Design dauerhaft trennen, ein steigende Rolle – der Wartungsaufwand Stand nicht mehr im Verhältnis zu den sich ständig ändernden Inhalten und Informationen. Mit den Style Sheets (CSS), welche schon 1993 entstanden, ist dies Möglich aber die Umsetzung auf den Browsern auch heute recht Mangelhaft.

Die mit den Stylesheets erstellten Formatierungsmarken können vom Quelltext getrennt werden und durch Server Side Includes (SSI; Textfragmente die separat gespeichert und zur Laufzeit in den Quelltext eingefügt werden) oder mit Script Sprachen kombinieren. Es wird die Möglichkeit gegeben Information unabhängig vom Design z.B. in Datenbanken zu speichern und diese automatisch, von einem Script generiert, darzustellen. Die Zeiten an den eine Webdesigner stundenlang einzelne Seiten anpassen musste sind nun endgültig vorbei.

Das Tabellendesign wurde Stück für Stück durch Layer (engl. Lage) Strukturen ersetzt. Diese sind nicht mehr von einer statischen Tabelle abhängig und frei im Seiten - Rahmen definierbar. Somit ist man nicht mehr an ein festes Tabellen Layout gebunden. Weiterhin stellt eine klare Umsetzung nach Konventionen des XHTML den ersten Schritt zum „semantischen“ Web dar.

Die Vorteile eines Tabellen losen Designs sind nicht von der Hand zu weisen:

Zum Schluss möchte ich auf einige Vorteile im Detail eingehen. Lesbarkeit des Quelltextes erklärt sich von selbst und senkt vor allem Kosten im Bereich „reverse Engineering“, weiterhin stellt ein schlanker, klarer Code ein Muss für jeden Webdesigner dar. Es gehört einfach zum guten Ton. Ich denke auch das so mächtige Web - Instrumente nicht notwendig sind um einen guten Code zu schreiben. Hier gilt die Devise „less is more“ - warum mit Kanone auf Spatzen Schießen ?

Die Einhaltung der W3C Vorgaben ist essentiell, damit wird vor allem die Maschinenlesbarkeit gewährt. Web2.0 ist real, wir gehen auf das semantische Web und die Möglichkeit nicht nur Informationen zu vernetzen, sondern deren Bedeutung zu verknüpfen zu.

WAI und WCAG1.0, sind für den barrierefreien Zugang. Was mancher als netten Gag betrachtet, wie z.B. Umschaltung auf verschiedene Schriftgrößen, verschieden Kontrastdarstellung soll z.B. Menschen mit Sehschwäche oder anderen Handykaps helfen und den Zugang zum Inhalt ermöglichen.

Die Ladezeiten waren früher, als der Netzzugang vorwiegend mit dem Modem möglich war, für Nutzer von Bedeutung. Schließlich wurde Minutengenau abgerechnet. Heute ist es eher umgedreht. Dem Betreiber ist es wichtig seinen „Traffic“ niedrig zu halten, während der Nutzer mit seinem DSL Anschluss und einer Flat Rate, fast grenzenlos surfen kann. Damit stellt ein schlankerer, kleiner Code einen wesentlichen Kostensenkungsfaktor dar.

Mittlerweile bieten sehr viele Content-Management-Systeme ebenfalls die Möglichkeit, tabellenlose Designs zu integrieren, wodurch sich auch größere Websites ohne Probleme an aktuelle Standards anpassen lassen.